DIE WIEDERKEHR
DER SCHAUSPIELTRUPPE DES JIZACK LÖWY NACH BERLIN

Jiddisches Liedtheater

Stückfassung und Regie: Burkhart Seidemann

Szenenfoto Wiederkehr der Komödianten-Truppe

Am Anfang geschieht das Wunder der Auferstehung. Aber so ein Wunder kann eine rücksichtslose Angelegenheit sein. „Was haben wir nur Schreckliches getan?“ fragt Frau Klug, die sich zusammen mit Herrn Klug, Rosenstein und Löwy plötzlich quietschlebendig in einer Bibliothek wiederfindet. Auferstanden aus alten Büchern und Theaterstücken, ob man nun will oder nicht, was einen schönen Stoff für eine Komödie liefert.

Den Schauspieler Jizchak Löwy etwa hat es tatsächlich gegeben. Seine gestenreichen Darstellungen faszinierten Franz Kafka, der in Briefen an Felice Bauer von der Ausdruckskraft des Schauspielers schwärmte. Passagen aus Löwys Rolle in Jakob Gordins „Der wilde Mann“ sind in die „Wiederkehr“ eingeflossen. Wie auch kurze Szenen aus zwei anderen Stücken, die einst in den Archiven der Polizeizensur lagerten, zu jener Zeit um die Jahrhundertwende, als im Scheunenviertel etwa 20 kleine Bühnen Jiddisches Theater spielten.

Regisseur und Autor Burkhart Seidemann lässt die Schauspieler auf der Bühne in einem bunten Bilderbogen durch das Berlin-Mitte der Gegenwart ziehen. Man trifft auf Obdachlose, Straßenmusikanten oder Beamte, die stur nach Aufenthaltsgenehmigungen fragen, sucht an der Münzstraße nach den alten Bühnen, auf denen man früher gespielt hat und findet doch nur eine missgelaunte Theaterprinzipalin, deren Haus von Geldnöten und von den Nachbarn bedroht ist, die sich über den Lärm beschweren.

Burleske Szenen wechseln sich reibungslos mit Gesangseinlagen und melancholischen Erinnerungen ab; Boulevardtheater, Klamotte und Musical vermischen sich.

EINE INSZENIERUNG DES HACKESCEN HOF THEATERS

mit:

Jalda Rebling, Mark Aizikovitch, Bettina Schubert, Burkhart Seidemann, Jörg Jüsche, Nikolai Javir und Oleg Roschin, Aleksandr Babenko, Garry Fischmann

 
© Foto: Albrecht Grüßm


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