AUSSTELLUNG

Antonia Duende - KLEZMER IN BERLIN

 

Ausstellung im Hackesches Hoftheater und im artificium - Kunstbuch & Galerie in den Hackeschen Höfen

26. Juni - 30. August 2004

Bild von Antonia DuendeiBild von Antonia DuendeiBild von Antonia DuendeiBild von Antonia DuendeiBild von Antonia Duendennn

Als Antonia Duende Anfang der 90er Jahre auf Einladung des Künstlerhauses TACHELES nach Berlin kam, fühlte sie sich magisch von jenen Orten angezogen, an denen der Jazz den Takt vorgab. „Dieser multikulturelle Dialog ohne Worte hat mich fasziniert. Wer spielen wollte, ging auf die Bühne und ließ sich auf die anderen ein, spielte mit. Mit ihren Instrumenten kamen die Musiker miteinander ins Gespräch. Die Luft war energiegeladen. Ich wollte selber mitmischen und ärgerte mich, dass ich selber kein Instrument spiele. Doch dann entwickelte ich mein eigenes Instrument: Ich nahm einen großen Zeichenblock, einen dicken Graphitstift, eine Schachtel Ölpastel – und schon war ich dabei. Zeichnend konnte ich mich dem Rhythmus der Musik hingeben und die Ekstase des Geschehens grafisch umsetzen.“

Der Kunsthistoriker Andreas Trampe beschrieb die Technik der Künstlerin: „Antonia Duende zeichnet vor der Bühne. Sie setzt in ihren Blättern auf den spannungsgeladenen nonverbalen Dialog mit Musikern und Musik, der über den Klang der Instrumente und über Blickkontakte realisiert wird. Antonia nimmt den Jazz förmlich in sich auf und lässt sich von ihm tragen. Indem sie zeichnet, steigert sie die Intensität ihres Musikerlebens: die Pastellstifte in ihrer Hand scheinen sich selbst in ‘Musikinstrumente‘ zu verwandeln – sie gleiten, hüpfen, springen über das Papier. Mit ausgeprägter Sensibilität gelingt es Antonia Duende, die verschiedenen Stimmungen des Jazz einzufangen. Einigen der porträtierten Musikern ist ihre Energie und Spielfreude geradezu ins Gesicht geschrieben, andere vermitteln eher ein Gefühl meditativer Versunkenheit. Doch alle scheinen sich auf ihr Spiel, auf den gemeinsamen Rhythmus, auf den Swing zu konzentrieren. Deutlich wird dies an ihrer angespannten Körperhaltung, an der flirrenden Bewegung ihrer Hände, am grafischen Duktus. Die Präsenz und Vitalität der Musiker, die Töne und Rhythmen des Jazz werden in die individuelle Bildsprache der Künstlerin transformiert. Es entstehen Blätter, die den unverwechselbaren Swing des Jazz atmosphärisch transportieren, ja ihn selbst zum Thema machen. Die Zeichnungen sind also nicht zuerst Porträts einzelner Musiker, sondern sie erfassen in ihrer Authentizität immer auch den Geist des Jazz, seine Lebendigkeit und Kreativität.“
Seit über zehn Jahren ist Antonia Duende mit ihrer Zeichenmappe in der Berliner Musik-Szene unterwegs – in den Jazzclubs und auf Festivals.

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